Notizen

Mit wem reden, wenn alle etwas von Ihnen wollen?

Mit jemandem, der an keiner Antwort verdient: ohne Mandat, ohne Anteil am Ergebnis, pro Gespräch bezahlt und schriftlich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Familie hat Geschichte, Berater haben ein Mandat, Angestellte eine Karriere, Freunde ihre Gefühle; jede Beziehung ist wertvoll, und jede färbt, was Sie hören. Winn Chelini ist dieses Gegenüber: unabhängiger Sparringspartner in Zürich, an der Goldküste und in Zug.

Warum wird es mit mehr Verantwortung stiller um Sie?

Nicht, weil Sie weniger Menschen kennen. Stiller wird es, weil sich mit jeder Verantwortung die Beziehungen verschieben, die Sie schon haben. Wer von Ihnen abhängt, wägt ab, was er sagt. Wer Ihnen etwas verkauft, hört mit einem Ziel zu. Wer Sie liebt, mit Sorge.

Vier Gründe, warum das Gespräch über die eigentliche Frage ausbleibt:

  1. Die Familie hat Geschichte. Ihre Frau oder Ihr Mann hört nicht nur die Frage, sondern was sie für das gemeinsame Leben bedeutet.
  2. Berater haben Mandate. Treuhänder, Anwalt und Bank arbeiten für Sie, oft gut, aber jede Antwort hängt an ihrem Auftrag. Legitim, nicht neutral.
  3. Angestellte haben Karrieren. Geschäftsleitung, Assistenz, der Mitarbeiter, dem Sie vertrauen: Alle wissen, dass Sie über ihre Zukunft mitentscheiden.
  4. Freunde haben Gefühle. Wenige wissen, was es heisst, für achtzig Löhne oder ein grosses Vermögen verantwortlich zu sein, und die meisten wollen vor allem, dass es Ihnen gut geht.

Keiner dieser Gründe ist ein Vorwurf. Interessen sind normal. Das Problem entsteht, wenn Sie entscheiden müssen und jede Stimme um Sie herum einen Grund hat, Ihnen etwas Bestimmtes zu sagen.

Dafür braucht es keine eigene Firma. Wer geerbt hat oder mit jemandem zusammenlebt, der eine Firma führt, kennt dieselbe Lage. Die Bank möchte das Mandat behalten, das Family Office seine Rolle, und die Geschwister haben eigene Vorstellungen davon, was mit dem Elternhaus oder den Anteilen geschehen soll. Jede dieser Stimmen ist legitim, und jede hat ein Interesse am Ausgang. Bleibt dabei offen, was Sie selbst wollen, unterschreiben Sie leicht, was andere vorbereitet haben.

Wer in Ihrem Umfeld kann was – und was nicht?

Vier Kriterien: Interesse am Ausgang, Reichweite der Vertraulichkeit, Kosten, Nutzen.

Gesprächspartner Interesse am Ausgang Vertraulichkeit Kosten Wofür gut
Ehepartner, Partnerin Direkt betroffen: Vermögen, Zeit, Wohnort Hoch, aber nicht neutral Keine in Franken Rückhalt; was die Entscheidung für Sie beide heisst
Treuhänder Laufendes Mandat, oft über Jahre Vertraglich und Datenschutzgesetz; in der Regel kein Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB Stundenhonorar Zahlen, Steuern, Struktur – sobald Sie wissen, was Sie wollen
Anwalt, Anwältin Mandat; Honorar für die Umsetzung Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB Stundenhonorar Verträge, Risiken, Streit – nicht die Frage, ob Sie den Vertrag wollen
Verwaltungsrat Treuepflicht gegenüber der Gesellschaft (Art. 717 OR), nicht gegenüber Ihnen Im Gremium; protokolliert Honorar aus der Firma Strategie, Aufsicht; schwierig, wenn es um Sie selbst geht
Bank Verdient oft an Mandaten, Produkten, Krediten Bankkundengeheimnis (Art. 47 BankG) In Margen und Gebühren Finanzierung, Anlage – nachdem Sie entschieden haben
Peer-Gruppe Gering; aber derselbe Markt Gruppenregel; ob schriftlich vereinbart, hängt vom Anbieter ab Mitgliederbeitrag Austausch unter Gleichen; weniger für die ganz persönliche Frage
Coach Keines am Ausgang; meist auf mehrere Sitzungen angelegt Vertraglich; kein Berufsgeheimnis Oft erst auf Anfrage Entwicklung über Monate, mit Methode
Sparringspartner Keines; kein Mandat, keine Provision, keine Erfolgsbeteiligung Schriftlich, mit drei Grenzen: rechtsverbindliche Anordnung eines Gerichts oder einer Behörde, akute Gefahr für Leib und Leben, Wohl eines Kindes Pro Gespräch, kein Abo, kein Paket; fixer Preis nach Format und Dauer, genannt im vertraulichen Gespräch vorab Die Frage vor der Frage: Was will ich, und warum zögere ich?

Fast alle sind für etwas Bestimmtes gut: der Anwalt für den Vertrag, nicht für die Frage, ob Sie ihn wollen; die Peer-Gruppe hört zu, sitzt aber im selben Markt; der Coach gibt oft aus Prinzip keine Meinung ab. Die Rollen im Einzelnen stehen in Sparringspartner, Coach, Mentor oder Berater: was ist der Unterschied?.

Die letzte Zeile der Tabelle verdient einen offenen Satz: Auch ein Sparringspartner wird bezahlt, pro Gespräch, von Ihnen, zu einem fixen Preis, der sich nach Format und Dauer richtet und nie nach Ihrer Person. Was fehlt, ist alles andere: kein Mandat, das länger läuft, wenn Sie zögern; keine Provision, die steigt, wenn Sie verkaufen; keine Karriere in Ihrer Firma. Das sorgt dafür, dass mir jede Ihrer Antworten gleich viel wert ist. Wie weit die Vertraulichkeit eines Coachs rechtlich reicht, steht in Hat ein Coach Schweigepflicht? Was in der Schweiz gilt.

Allein oder einsam: was ist der Unterschied?

Allein sind Sie mit einer Entscheidung, wenn niemand sie Ihnen abnehmen kann. Das gehört zur Rolle. Einsam ist etwas anderes: ein anhaltendes Gefühl, nicht gesehen zu werden, auch dort, wo Menschen sind.

Die meisten, die mich anrufen, sind nicht einsam. Sie haben Familie, Freunde, ein Team. Was ihnen fehlt, ist eine Stunde zum lauten Denken, ohne Folgen für die Firma, die Stimmung zu Hause oder die Laufbahn eines Mitarbeiters. Das ist in der Regel ein Strukturproblem, und eine Struktur kann es lösen.

Wenn der Schlaf seit Wochen fehlt, die Freude an allem verloren ist oder Gedanken kommen, sich etwas anzutun, ist nicht ein Gesprächspartner die erste Adresse, sondern Ihre Hausärztin, Ihr Hausarzt oder eine Psychotherapeutin. Ich stelle keine Diagnosen und sage es Ihnen, wenn Sie mehr brauchen als ein Gespräch; siehe auch was Sparring ist und was nicht.

Was zeigen Umfragen unter CEOs?

Für einen Beitrag in der Harvard Business Review vom 23. Dezember 2024 wurden 109 CEOs grosser kanadischer Organisationen befragt und 46 interviewt. Das Ergebnis ist nüchtern: Ihre Einsamkeit entsteht nicht aus fehlenden Kontakten, sondern aus der Last der Führung und des Entscheidens, am stärksten in Krisen. Es fehlt nicht an Menschen zum Reden, sondern an Menschen zum Entscheiden.

Zwei ältere US-Umfragen aus dem Jahr 2012 werden oft vermischt. RHR International befragte 100 CEOs; 41 Prozent hatten im Amt Einsamkeit erlebt (Fortune, 29. Juni 2012). Separat berichtete Thomas Saporito in der Harvard Business Review vom 15. Februar 2012 über eine RHR-Erhebung bei 83 US-CEOs: Die Hälfte fühlte sich einsam, 61 Prozent davon sahen ihre Leistung beeinträchtigt. Beide Zahlen sind alt, klein und amerikanisch. Als Richtwert: Etwa vier von zehn bis die Hälfte der befragten CEOs kennen das Gefühl. Mehr nicht.

Eine vergleichbare Schweizer Erhebung kenne ich nicht; hier zeigt sich die Frage eher in der Sprache als in Studien: Ein deutschsprachiger Unternehmerpodcast betitelte eine Folge schlicht «Mit wem soll ich reden?». Fast wörtlich so formulieren es die meisten, die mich anrufen.

Wie sieht ein Gespräch ohne Agenda konkret aus?

Sie nennen das Thema; ich bringe keines mit, kein Modell, keine Folien. Sie erzählen, was anliegt. Ich frage, welche Annahme noch nie geprüft wurde und was in der Geschichte fehlt, und sage Ihnen dann, was ich sehe, auch aus dem Blickwinkel, den Sie lieber nicht hören. Ich habe viele Jahre als Ingenieur in grossen Projekten gearbeitet und bin es gewohnt, Annahmen auf den Tisch zu legen, bevor jemand darauf baut. Widersprechen Sie ruhig.

Zum Schluss halten wir fest, was Sie als Nächstes tun: eine Entscheidung, ein Gespräch, das Sie führen wollen, oder bewusst noch nichts. Oft genügt ein Gespräch; drängt eine Frist, lesen Sie Entscheidung unter Zeitdruck: warum oft ein Gespräch reicht. Ich komme zu Ihnen nach Hause, ins Büro oder an einen ruhigen Ort in Zürich, an der Goldküste, in Zug, Wollerau oder Pfäffikon SZ; niemand sieht Sie eine Praxis betreten. Termine nach Vereinbarung: meist am Abend, montags auch tagsüber, dazu samstags und sonntags. Grundlagen: Was ist ein Sparringspartner?; Formate und Ablauf: Sparring.

Kurz gesagt

Mit mehr Verantwortung wird es nicht stiller, weil Menschen fehlen, sondern weil fast alle um Sie herum ein Interesse am Ausgang haben. Fachleute, Familie und Freunde sind für vieles die Richtigen, aber selten für die Frage, was Sie selbst wollen. Dafür braucht es einmal jemanden, der an keiner Antwort verdient: schriftlich zur Verschwiegenheit verpflichtet, mit den drei oben genannten Grenzen, pro Gespräch bezahlt und ohne Mandat.

Wenn Sie diese Frage mit jemandem durchdenken möchten, der nichts davon hat: Winn Chelini, unabhängiger Vertrauter und Sparringspartner in Zürich, an der Goldküste und in Zug. Der erste Schritt ist ein vertrauliches Gespräch – 20 Minuten, telefonisch oder per Video, kostenlos und ohne Nachfassen.

Vertrauliches Gespräch anfragen

Kurz beantwortet

Fragen zu diesem Thema

Verdient ein Sparringspartner nicht auch an mir?

Ja, pro Gespräch, kein Abo, kein Paket. Der Preis ist fix und richtet sich nach Format und Dauer, nie nach Ihrer Person; Sie erfahren ihn im vertraulichen Gespräch vorab, bevor Sie sich entscheiden. Was fehlt, ist alles andere: kein Mandat, das länger läuft, wenn Sie zögern, keine Provision, keine Erfolgsbeteiligung, keine Karriere in Ihrer Firma. Deshalb ist mir jede Ihrer möglichen Entscheidungen gleich viel wert.

Kann ich nicht einfach mit meiner Frau oder meinem Mann reden?

Ja, und das sollten Sie. Ihr Partner oder Ihre Partnerin ist aber direkt betroffen: Vermögen, Zeit, Wohnort und Zukunft hängen mit an der Entscheidung. Deshalb hört er oder sie nicht nur Ihre Frage, sondern auch die Folgen für das gemeinsame Leben. Ein Gespräch mit jemandem ohne Anteil am Ergebnis ersetzt dieses Gespräch nicht; es bereitet es oft vor.

Ich habe geerbt, und Bank, Family Office und Geschwister reden mit. Mit wem bespreche ich, was ich selbst will?

Mit jemandem, der an keiner Variante verdient. Bank und Family Office arbeiten für Sie, aber mit eigenem Mandat; die Geschwister haben eigene Pläne. Das ist legitim, aber nicht neutral. Dasselbe gilt, wenn Ihr Mann oder Ihre Frau eine Firma führt und die Fachleute am Tisch für die Firma arbeiten. Im Sparring klären Sie zuerst, was Sie selbst wollen; die rechtlichen und steuerlichen Fragen gehören danach zu Notar, Anwältin oder Treuhänder.

Ersetzt ein Sparringspartner einen Verwaltungsrat oder eine Peer-Gruppe?

Nein. Ein Verwaltungsrat ist der Gesellschaft verpflichtet, eine Peer-Gruppe lebt vom Austausch unter Gleichen; beides hat seinen Platz. Ein Sparringspartner ist für die Frage davor da: Was wollen Sie selbst, und warum zögern Sie? Ist das geklärt, können Sie dem Gremium oder der Gruppe eine klarere Frage stellen.

Quellen

  1. Harvard Business Review, «CEOs Often Feel Lonely. Here's How They Can Cope», 23.12.2024 (109 CEOs grosser kanadischer Organisationen, 46 Interviews) – hbr.org, abgerufen am
  2. Fortune, «Why CEO loneliness is bad for business», 29.06.2012 (RHR International, 100 CEOs, 41 Prozent) – fortune.com, abgerufen am
  3. Thomas J. Saporito, «It's Time to Acknowledge CEO Loneliness», Harvard Business Review, 15.02.2012 (RHR CEO Snapshot Survey, 83 US-CEOs) – hbr.org, abgerufen am
  4. TheYellowShoes, Podcast-Folge #22 «Mit wem soll ich reden? Die Herausforderung des Unternehmers, einen Gesprächspartner zu finden» – podcast.de, abgerufen am
  5. Art. 321 StGB (Verletzung des Berufsgeheimnisses), Fedlex – fedlex.admin.ch, abgerufen am
  6. Art. 717 OR (Sorgfalts- und Treuepflicht des Verwaltungsrats), Fedlex – fedlex.admin.ch, abgerufen am
  7. Art. 47 BankG (Bankkundengeheimnis), Fedlex – fedlex.admin.ch, abgerufen am
  8. Chelini, Formate und Ablauf, Stand 30.10.2026 – chelini.ch, abgerufen am

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